Die Rolle des Freimaurertums bei allen Revolutionen und Umstürzen in der Welt.
Das Freimaurertum und die Revolution des Jahres 1789.
Es ist erstaunlich, daß keiner der bedeutenden, klassischen Geschichtsschreiber dieser Revolution die Rolle erwähnt, welche das Freimaurertum hierbei gespielt hat. Eine wahrhaft unbegreifliche Erscheinung. Man bedenke: Vor uns steht das gewaltigste Ereignis seit achtzehnhundert Jahren, ein Ereignis, welches das Antlitz der Welt vollständig verändert hat und die ausschlaggebende Hauptrolle spielt hierbei eine geheimnisvolle Macht. Und diese finstere Macht bleibt über einen jahrhunderte dauernden Zeitraum völlig unbekannt? Kann man das begreifen? Da wirft sich schließlich die Frage auf, wer denn diese sogenannten Historiker sind die darüber berichten. Und in welchem Auftrag sie arbeiten.
Einige jener Zeitgenossen wußten wohl die Wahrheit, haben jedoch, sei es aus Angst, sei es, weil sie selbst beteiligt waren, geschwiegen.
Taine gab eine Erklärung für seine Verschwiegenheit an Eduard Drumont, der sich hierüber in der "Libre Parole" vom 25. September 1905 wie folgt äußert:
"Taine wußte ganz genau, wie es sich mit dem Einfluß des Freimaurertums auf die Revolution verhielt; er verhehlte nicht, daß das Schweigen nach dieser Richtung hin eine große Lücke in seinem Werk bildete; aber er erklärte, daß er nicht zu sprechen gewagt hätte aus Furcht vor der Rache der Freimaurer."
Andere, und sie finden sich noch viel seltener, haben den Mund aufgemacht: Man bezeichnete sie als Phantasten. Viele haben, und zwar aus eigener Überzeugung, den Eindruck gehabt, daß die Revolution des Jahres 1789 nicht ganz von selbst zum Ausbruch gekommen sei. Sie ahnten jene geheimnisvolle Triebkraft, ohne jedoch ihren Ursprung herausfinden zu können.
Heute betrachtet das Freimaurertum die französische Revolution ganz offen als sein Werk.
In der Sitzung der Abgeordnetenkammer vom 1. Juli 1904 sprach der Marquis de Rosanbo dies ohne Rücksicht auf die Öffentlichkeit aus:
"Das Freimaurertum hat im geheimen, aber beharrlich, an der Vorbereitung der Revolution gearbeitet."
Jumel: "In der Tat, dessen rühmen wir uns."
Alexandre Zévaès: "Das ist das höchste Lob, das Sie uns zollen können."
Henri Michel (Rhône-Mündung): "Aus diesem Grunde verabscheuen Sie und Ihre Freunde die Revolution."
De Rosanbo: "Wir sind also vollständig einig darüber, daß das Maurertum allein der Urheber der Revolution gewesen ist, und der mir jetzt gespendete, sonst selten zuteil werdende Beifall der Linken beweist ihre Übereinstimmung mit mir darin, daß das Freimaurertum die Revolution gemacht hat."
Jumel: "Wir geben es nicht nur zu, wir verkünden es ganz offen." (Diese Stelle wird in gleicher Form in "La conjuration antichrétienne" von Mgr. Henri Delassus angeführt.)
In der Zeit von 1772 bis 1789 arbeitete das Maurertum die große Revolution aus, welche die Welt verändern sollte. Alsdann durchsetzten die Freimaurer die Volksmassen mit den Leitgedanken die sie sich selbst in ihren Logen zu angeeignet hatten. (Bericht aus der Vollsitzung der angesehenen Logen "Paix et Union" und "La Libre Consciense" im Orient von Nantes, am Montag, dem 23. April 1883, Seite 8.)
"Das Maurertum, das die Revolution von 1789 vorbereitete, hat die Pflicht, sein Werk fortzusetzen. Die augenblickliche Volksstimmung fordert es dazu auf."(Rundschreiben des Hohen Rats des Maurerordens an alle Logen zur Vorbereitung der Hundertjahrfeier des Jahres 1789. Die beiden letzten Anführungen finden sich ebenfalls im Band I, Seite 146 des Werkes "Conjuration anti-chrétienne" von Mgr. H. Delassus.)
Der Plan der Freimaurer war folgender:
Es handelte sich darum, die christliche Zivilisation der Welt zu zerstören, und auf Frankreich, als ihren stärksten Vertreter, beginnt daher auch der erste Angriff. Die Grundpfeiler des Christentums, die Monarchie und die katholische Kirche, müssen gestürzt werden. Nach Zerstörung dieser Grundlagen ist das Staatswesen dem weiteren Anprall schutzlos preisgegeben, und ohne Schwierigkeit lassen sich dann auch der Einfluß der Geistlichkeit, Zucht und Ordnung, Familie, Eigentum, Moral und Sittlichkeit vernichten. Sich offen mit der Kirche in einen Kampf einzulassen, ist nicht gut möglich, daher richtet sich der Angriff zunächst auch gegen ihre natürlichen Stützpunkte, d. h. gegen die Monarchie und den Adel. Da die westliche Zivilisation auf dem Gedanken des Christentums und der in ihm wurzelnden Zucht und Ordnung aufgebaut ist, so hat der Kampf demnach nicht nur eine politische, sondern überwiegend eine soziale und religiöse Bedeutung. Die Abschaffung der Monarchie auf dem Boden des Gottesgnadentums war die unerläßliche Vorbedingung für das Gelingen des ganzen Planes. Solange noch diese Staatsform bestand, war es unmöglich, auf irgend eine Weise einen Anschlag auf die menschliche Gesellschaft zu wagen. Die angeblich für das Volk gemachte Revolution richtete sich gerade gegen das Volk. Die Vernichtung von Monarchie und Adel erfolgte nicht, weil diese Frankreich unterdrückten, sondern weil diese seine besten Beschützer waren.
Dieser Plan klingt sehr unwahrscheinlich, ist es aber nicht! Denn er war bis ins einzelne gehend von Weishaupt, dem Obersten des maurerischen Bundes "die Erleuchteten", eigenhändig lange vor 1789 schriftlich niedergelegt worden. Diese von der bayrischen Regierung in der Loge "Zur Erleuchtung" selbst beschlagnahmten Urkunden liegen in den Archiven von München. (Diese Urkunden sind teilweise vom Abbé Barruell in seinem Buch "Mémoires pour servir à l'histoire du Jacobinisme" im Jahre 1798 und später von Mgr. Delassus in seinem Werk "La Conjuration antichrétienne", 1910, nachgedruckt worden. Siehe auch Le Forrestier "Les Illumines die Bavière", 1914 und N. H. Webster, "The world revolution", 1922.)
Ihre 1789 und 1793 erfolgte Anwendung ist im übrigen ein Beweis für ihre Echtheit.
Die Idee als Vernichtungsinstrument.
Das außergewöhnliche Geschick im Vorgehen der geheimen maurerischen Macht lag darin, daß sie Frankreich an dessen eigenem Untergang mitarbeiten ließ und sich des Volkes selbst bediente, um es seines eigentlichen Schutzes zu berauben.
Dies findet man auch später noch bei allen Umstürzen und Machtwechseln - siehe den Untergang des Kommunismus - und das Volk bezahlt ausschließlich die Zeche und meint, es würde befreit. Befreit in eine neue Abhängigkeit. Man sieht es heute. Anstatt daß man der Freiheit immer näher kommt, wird diese "Freiheit" vielmehr mehr und mehr beschnitten. Dem Leser sei angeraten, äußerst wachsam zu sein. Und so wird er ohne Zweifel die Widersprüche erkennen.
Lüge sowie Heuchelei treten immer wieder, seit dem Jahre 1789 bis auf unsere Tage, in allen Revolutionen und Umstürzen des Erdballes als das ihnen dauernd gleich bleibende Kennzeichen hervor. Man führt bewußt das Gegenteil von dem aus, was man behauptet.
"Man muß wie der Teufel lügen", sagte schon Voltaire, "nicht schüchtern, nicht nur zeitweise, sondern frech und unaufhörlich". (Brief an Thériot. Voltaire war ein enger Brieffreund des Preußenkönigs Friedrich des Großen.)