Totschweigen und Skandalisieren

Was Journalisten über ihre eigenen Fehler denken


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Art.Nr.: PD-09703
Autor: Prof. em. Dr. Hans Mathias  Kepplinger
Prof. em. Dr. Hans Mathias Kepplinger
Umfang: 232 Seiten
Einband: Broschiert

Fast die Hälfte der Bevölkerung bezweifelt, dass die Medien über kontroverse Themen objektiv und sachgerecht berichten, weil sie unangenehme Fakten und unwillkommene Meinungen totschweigen und weil sie Personen, Organisationen und Techniken maßlos skandalisieren. Wie sehen das Journalisten selbst? Auskunft darüber gibt eine repräsentative Befragung von Journalisten bei deutschen Tageszeitungen zu acht konkreten Fällen.

Die Ergebnisse zeigen: Die meisten Journalisten lehnen fragwürdiges Verschweigen von Informationen und Skandalisierungen generell ab. Zudem missbilligen sie Argumente dafür und billigen Argumente dagegen. Eine kleine Minderheit sieht das anders. Sie akzeptiert generell fragwürdige Praktiken, rechtfertigt sie mit Argumenten und verteidigt sie gegen Einwände. Mit ihren Stellungnahmen beanspruchen diese Journalisten die Deutungshoheit über das Geschehen und lehnen eine Bringschuld ab: Sie sind niemandem etwas schuldig — weder den Akteuren, über die sie berichten, noch dem Publikum, für das sie berichten. Die Minderheit kann in konkreten Fällen erheblichen Zulauf erhalten und schirmt die wenigen Journalisten, die massiv gegen journalistische Berufsregeln verstoßen, gegenüber der Mehrheit ihrer Kollegen und ihrem Publikum ab.

Die Ansichten der Journalistenbefragung zu den acht konkreten Verstößen gegen journalistische Berufsnormen zeigen, dass die weit verbreiteten Zweifel an der Zuverlässigkeit der journalistischen Berichterstattung über kontroverse Themen nicht unbegründet sind.

Stimmen zum Buch

»Dass Anspruch und Wirklichkeit im selbsternannten Qualitätsjournalismus leider oft weit auseinanderfallen, spüren viele Leser. Dieses Buch erklärt, warum und wie Journalisten derart gravierende Fehler machen und warum die Branche der Kritiker so wenig fähig zur notwendigen Selbstkritik ist.«
Roland Tichy

»Profunde Analyse statt Verschwörungstheorie. Spannend wie ein guter Krimi …«
Stephan Ruß-Mohl

»In den höchst lesenswerten Analysen beschreibt Kepplinger, wie die Machtansprüche von Journalisten und die Grenzverschiebungen in der Akzeptanz journalistischer Regeln funktionieren.«
Die Tagespost (http://www.die-tagespost.de/feuilleton/Vom-eigenen-Publikum-entfremdet;art310,180316)

»Der größte Teil des Buches wertet die Einschätzung fragwürdiger medialer Praktiken aus der Sicht von Journalisten aus. Wer also das Buch nur nach der titelgebenden Frage, „was Journalisten über ihre eigenen Fehler denken“ liest, bekommt verlässliche Antworten. Diese spezielle Frage ist außerhalb des Seminarraums aber nur für wenige von Interesse. Die damit zusammenhängenden größeren Fragen sind wiederum sehr wichtig, auch im Hinblick auf die Bundestagswahl im September.«
Pro - Christliches Medienmagazin (https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2017/07/26/dem-journalismus-der-konsensgesellschaft-fehlt-es-an-zweiflern/)
 

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