Polit-Kriminalfall Reichstagsbrand

Geschichte und Fälschung


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Art.Nr.: PD-03961
Autor: Fred Duswald
Zusätzliche Infos: Mit einem Vorwort von Prof. Franz W. Seidler. 
Umfang: 448 Seiten - 24,5 x 18,0 cm
Einband: Gebunden
Schlagwörter:
Reichstagsbrand

Der jüngst verstorbene Fritz Tobias setzte sich in dem 1962 erschienenen, längst vergriffenen Bestseller mit seiner These einer Alleintäterschaft beim Reichstagsbrand am 27. Februar 1933 durch – und damit gegen die These einer Täterschaft der NS-Regierung zur Ausschaltung der kommunistischen Opposition. Im April erscheint eine zweite ergänzte Auflage unter Federführung von Fred Duswald. Auf die Erfolgsgeschichte von Tobias’ Forschungen folgt in komprimierter Form die inhaltlich unveränderte Wiedergabe seines Hauptwerkes. Den letzten Teil bilden die Kontroversen mit den Widersachern, die vor Fälschungen nicht zurückschreckten: Diese Kontroversen wurden zum Geschichtspolitikum schlechthin.

Es gibt nur wenige Persönlichkeiten, denen es gelang, als Außenseiter und Laien aufgrund eigener Nachforschungen die bisherige Ansicht von Wissenschaft und Öffentlichkeit zu einem bestimmten historischen Vorgang auf den Kopf zu stellen. Ein Vertreter dieser seltenen Gruppe ist Fritz Tobias, der Anfang Januar 2011 fast hundertjährig in Hannover verstarb.

Der am 3. Oktober 1912 in Charlottenburg geborene spätere Ministerialrat in der Abteilung Verfassungsschutz im niedersächsischen Innenministerium trat 1959/60 mit der Serie »Stehen Sie auf, van der Lubbe!« im Wochenmagazin Der Spiegel hervor. Darin legte er die von ihm in jahrelanger akribischer Forschungsarbeit gefundenen Indizien und Beweise dafür dar, dass am Abend des 27. Februar 1933 der holländische Kommunist van der Lubbe allein den Reichstag in Berlin angesteckt habe. Im Jahre 1962 veröffentlichte Tobias dann sein umfangreiches Buch Der Reichstagsbrand. Legende und Wirklichkeit. Darin stellte er den ganzen Fall in seinem historischen Zusammenhang sowie in der juristischen Behandlung dar und widerlegte die bis dahin weltweit erhobenen Vorwürfe gegen die NS-Regierung.

Bis zur Spiegel-Serie war allgemeine Meinung in Wissenschaft und Öffentlichkeit, dass die ›Nazis‹ diesen Brand ausgelöst hätten, um einen Vorwand zu haben, gegen die auch nach der Machtübernahme noch einflussreichen und gefürchteten Kommunisten in Deutschland vorzugehen. Insbesondere Göring und Goebbels wurden die Planung und Durchführung der Brandstiftung angelastet, ohne daß es dafür jedoch überzeugende Beweise gab. Diese Deutung war zum einen verständlich, da es kaum einem einzigen Täter zugetraut wurde, solch ein großes Gebäude in kürzester Zeit in Brand zu setzen, Zum anderen passte es nach dem Motto cui bono? (Wem zum Nutzen?) so gut zu den Vorwürfen gegen die Nationalsozialisten, die unter Berufung auf den Reichstagsbrand schon am folgenden Tag die »Verordnung zum Schutz von Volk und Staat« beim Reichspräsidenten Paul von Hindenburg durchsetzten. Darin wurden grundlegende Rechte aufgehoben oder geschmälert – »der erste Schritt zur Diktatur«, wie man glaubte. Diese Schuldzuweisung kam auch der Umerziehungspropaganda sehr entgegen. Nicht umsonst haben vor allem die Kommunisten an der ›Nazi-Täterschaft‹ für die Brandstiftung bis heute festgehalten.

Im Reichstagsbrandprozess vom 21. September bis zum 23. Dezember 1933 vor dem Leipziger Reichsgericht wurde der Holländer zum Tode verurteilt, weil er »mit unbekannten anderen«“ den Brand gelegt habe. Auch das Gericht glaubte also an mehrere Täter, konnte aber solche nicht ausfindig machen. Der mit angeklagte Fraktionsvorsitzende der KPD im damaligen Reichstag, Ernst Torgler, und die ebenfalls der Mittäterschaft beschuldigten und verhafteten kommunistischen Bulgaren Georgi Dimitroff, Blagoj Popoff und Wassil Tanell mussten allerdings von dem sich um Objektivität bemühenden Gericht freigesprochen werden, da ihnen kein Mitwirken an der Brandstiftung nachgewiesen werden konnte. Der Freispruch der vier Kommunisten erging sehr zum Verdruss Hitlers. Der verurteilte Holländer wurde am 10. Januar 1934 aufgrund eines nach der Tat verabschiedeten, aber rückwirkend angewandten Gesetzes hingerichtet.

In Paris organisierte der ausgewanderte, im Pressewesen sehr bewanderte deutsche Kommunist Willi Münzenberg eine weltweit wirkende Propaganda gegen die Nationalsozialisten, in der diesen mit vielen gefälschten Dokumenten und Aussagen die Schuld am Reichstagsbrand zugewiesen wurde. Gleichzeitig wurden zeitlich parallel zum Prozess vor dem Reichsgericht Einwände gegen dessen Verfahrensführung erhoben und ein von Münzenberg im Hintergrund geleitetes spektakuläres Anti-Gerichtsverfahren in London abgehalten, das die NS-Regierung der Brandstiftung zeitigte. Für die Weltpresse waren aufgrund der Münzenbergschen Tätigkeit die ›Nazis‹ die Verursacher des Brandes. Diese Ansicht wurde auch von der deutschen Nachkriegsgeschichtsforschung geteilt.

Wenige Jahre, nachdem Tobias’ Buch unter anderen von dem Zeitgeschichtler Hans Mommsen vom angesehenen Münchner Institut für Zeitgeschichte geprüft und bestätigt worden war (in Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 12, 1964, S. 351–413), wurde 1968 in Luxemburg ein ›Internationales Komitee zur wissenschaftlichen Erforschung der Ursachen und Folgen des Zweiten Weltkrieges‹ gegründet. Der eigentliche Zweck dieses Komitees, das maßgeblich von dem italienisch-kroatischen Publizisten Edouard Calic betrieben wurde, war jedoch, in Wiederaufnahme der Münzenbergschen Fälschungen der Öffentlichkeit weiterhin zu beweisen, dass die Nationalsozialisten den Reichstag angesteckt hätten. Angesehene Persönlichkeiten wie der Schweizer Historiker Walther Hofer, der Publizist Sebastian Haffner, Eugen Kogon oder Golo Mann stellten sich dieser Vereinigung zur Verfügung, die immer wieder mit neuen Indizien und Beweisen für die Schuld der ›Nazis‹ die Öffentlichkeit überraschte. 1972 kam von diesem Komitee ein erster Band von Der Reichtagsbrand. Eine wissenschaftliche Dokumentation, von Walther Hofer, Edouard Calic Christoph Graf und Friedrich Zipfel herausgegeben, mit ›Negativbeweisen‹ heraus, dass ein einzelner Mensch den Brand in so kurzer Zeit im Reichstag gar nicht gelegt haben könne. 1978 erschien ein zweiter Band mit denselben Herausgebern, der die ›Positivbeweise‹ für die NS-Täterschaft bringen sollte, zu dem Hofer das Vorwort schrieb. Die im Anhang auf 140 Seiten abgedruckten Dokumente erwiesen sich jedoch als Fälschungen, was vor allem der Historiker Karl-Heinz Janßen 1979 in einer vierteiligen Artikelserie »Geschichte aus der Dunkelkammer. Kabalen um den Reichstagsbrand. Eine unvermeidliche Enthüllung« in der Wochenzeitung Die Zeit nachwies. Erst als 1986 Uwe Backes, Karl-Heinz Janßen, Eckhard Jesse, Henning Köhler und Hans Mommsen den Band Fritz Tobias. Reichstagsbrand. Aufklärung einer historischen Legende erscheinen ließen, überzeugte das die Mehrheit der Fachwelt. Ein schon angekündigter Band 3 des Luxemburger Komitees erschien nicht mehr.

Immer wieder bis in die jüngere Vergangenheit wurde aber versucht, die Alleintäterschaft des Holländers anzuzweifeln und NS-Größen zu den Brandstiftern zu machen. Eckhard Jesse faßte 1988 in dem Sammelband Gefälscht! Betrug in Literatur, Kunst, Musik, Wissenschaft und Politik (Karl Corino, Hg., S. 106–127) die Geschichte der Enthüllung der Fälschungen unter dem Titel »Der Reichstagsbrand und seine ›Aufklärer‹. Ein Fälschungsskandal geht zu Ende« vorläufig zusammen und gab bezeichnende Beispiele für die bewusste Fälschung von Briefen und Zitaten, für die Erfindung von Gesprächen mit Hitler sowie für die nachträgliche Herstellung von Aktenvermerken durch das Komitee. Zu einem von Calic 1968 herausgegebenen Buch, zu dem Golo Mann das Vorwort beisteuerte, erklärte Janßen in der Zeit: »Das von Edouard Calic herausgegebene Buch ›Ohne Maske‹ ist eine der unverfrorensten Geschichtsfälschungen dieses Jahrhunderts.« Haffner hatte das Machwerk als »ein historisches Dokument ersten Ranges« bewertet.

In den letzten Jahren haben in freundschaftlicher Zusammenarbeit unser Mitarbeiter am Großen Wendig Fred Duswald und der hochbetagte Fritz Tobias auf dessen Anregung hin dessen grundlegendes und lange vergriffenes Werk von 1962 wesentlich gestrafft und gekürzt sowie mit einem ausführlichen Kommentar samt Einleitung und Übersicht über die neuere Entwicklung dieses historischen Kriminalfalles versehen. Ausführlich wird aus dem Reichstagsbrandprozess zitiert. Das Werk erscheint in Kürze unter dem Titel Der Reichstagsbrand in unserem Verlag. In überaus spannender Weise werden hier die ganze dramatische Geschichte des Ablaufs und die Entwicklung der unterschiedlichen Beurteilung des Reichstagsbrandes und des Prozesses vor dem Reichsgericht geschildert. Dabei werden die bewusst hergestellten und eingesetzten Fälschungen von Münzenberg und vom Luxemburger Komitee als üble Propagandalügen entlarvt, die dem Kommunismus zugute kommen und die NS-Regierung abwerten sollten.

Die Geschichte des Reichstagsbrandes kann als beispielhaftes Geschehen der im Nachkriegsdeutschland von daran interessierten linken Kreisen geschaffenen und benutzten Fälschungen des Geschichtsbildes angesehen werden. Das Wissen um diese politisch folgenschweren Umerziehungspraktiken sollte in weite Kreise gelangen, damit diese eine Vorstellung davon erhalten, in welch großem Maße bewusste und unverfrorene Fälschungen des Geschehens in der Vergangenheit von deutschfeindlichen Kreisen angewendet wurden und werden.

Es ist tragisch, dass Fritz Tobias das Erscheinen dieses Buches über sein Lebenswerk nicht mehr erleben durfte.

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