Wer verhinderte ein zweites München

Französische Historiker zur Kriegsschuldfrage


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Art.Nr.: PD-07789
Autor: René d’Argile
Umfang: 272 Seiten
Einband: Buch
Schlagwörter:
München, Kriegsschuldfrage, Zeitgeschichte

In dem Bereich Zeitgeschichte sind noch immer neue Erkenntnisse – etwa zur Person Hitlers oder zu den Nürnberger Nachfolgeprozessen – möglich. Hinzu kommen noch anstehende Auswertungen, wenn die Alliierten des Zweiten Weltkrieges endlich ihre Archive öffnen werden. Ferner werden nach dem inzwischen erfolgten Abtreten der Zeitgenossen und Erlebniszeugen zunehmend falsche Behauptungen in die Welt gesetzt – etwa über die Deutsche Wehrmacht –, die von den damals unmittelbar Beteiligten nicht mehr richtiggestellt werden können und meistens den Schuldkomplex in Deutschland weiter verstärken sollen, nachdem schon die Enkelgeneration von der Umerziehung betroffen worden ist.
Unter diesen gegenwärtigen Umständen ist es dann manchmal für den die historische Wahrheit Suchenden zweckmäßig, auf alte Darstellungen, die unmittelbar nach dem damaligen Geschehen niedergeschrieben wurden, Rückgriff zu nehmen. Das ist zudem besonders ertragreich, wenn sie aus ausländischen Federn stammen.
Ein solches Werk aus der ersten Nachkriegszeit ist der Sammelband mit Beiträgen französischer Historiker, den der Geschichtswissenschaftler René d’Argile mit dem Titel "Wer verhinderte ein zweites München?" herausgegeben hat. Das Werk erschien schon 1957 in Paris, ein Jahr später auch in deutscher Sprache unter dem Titel "Das Geheimnis um die Ursachen des Zweiten Weltkrieges".
Die Franzosen schildern sachlich und mit vielen alliierten Quellen das damalige Geschehen in den letzten Jahren vor dem Kriegsausbruch. Es werden insbesondere einleitend die Vorgänge um das Münchener Abkommen vom September 1938 ausführlich geschildert und dann dazu die in der folgenden Zeit abgelaufenen tatsächlichen Vorgänge angeführt, vor allem Chamberlains plötzlicher Wechsel von der Friedens- zur Kriegspolitik. In weiteren Beiträgen werden die Kriegserklärung jüdischer Kreise an das Reich vom 24. März 1933, die Rolle der Haßpropaganda in der Vorkriegszeit, insbesondere die hohen finanziellen Spenden von Benesch an die französische Presse, der Einfluß der Kommunisten und der Freimaurer sowie die Folgen der Affäre Grynszpan betrachtet.
Daraus ergibt sich eine andere Schuldzurechnung zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs als in der heute herrschenden Meinung. England wollte den Krieg und die Vernichtung Deutschlands und hat sich gegen alle Bestrebungen vor allem des Reiches gewandt, das gewaltige Völkerringen zu vermeiden. Materiell, finanziell und moralisch unterstützt von den Vereinigten Staaten von Amerika, die am Krieg in Europa nur verdienen wollten und zur Weltmacht aufsteigen konnten, hat die Kriegspartei in London nicht eher geruht, als bis die Lunte an das vorhandene Pulverfaß unter den europäischen Völkern gelegt worden war und der Fall Polen zum echten Weltkrieg ausgeufert war.

 

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